




Zwischen Obritz und Mailberg liegt dieses Presshaus, das wir sanieren. Es ist ein Mischbau in dem fast alles dabei ist: Lehmziegeln in unterschiedlichen Größen, Naturstein aus unterschiedlichen Materialien und Backstein. Man sieht: es wurde wild gemauert. Die Bottiche sind wiederrum in hartnäckigem Stahlbeton gehalten. Auch beim Putz wechselt sich strohdurchsetzter Lehmputz (obere Hälfte der Wände) mit Kalk-Zementputz (untere Hälfte) ab. Wie zu erwarten hält der Lehmputz im Gegensatz zum Zementputz großteils noch. Die gut erhaltene Baumpresse ist aus dem Jahr 1929 und zeigt farbliche Ornamente. Die Kellerröhre ist teilweise unter dem Presshaus gegraben und von außen zu betreten. Die den Berg aufsteigende Kellergasse ist relativ gut erhalten und überblickt das Pulkautal Richtung Obritz.




In diesen aus Stein gemauerten Weinkeller bei Pulkau hab ich mich sofort verliebt. Klar, die Wände sind irrsinnig mühsam zu sanieren. Gerade ist hier nichts – umso schöner. Nach dem Entfernen des alten Lehmputzes bröckeln die Steinchen nur so runter und die Fugen müssen erstmal freigelegt werden. Das Verfugen und Verputzen der buckeligen Wände gelingt mit gut formbarem Lehm, der ein wenig mit Kalk versetzt ist, besser als mit Kalkputz. Das Verreiben ist aber herausfordernd. Nach einigem Herumprobieren mache ich es großteils mit meinen Handflächen, die der Unebenheit der Wände gut Herr werden können. Wenn ich dabei mit meinem Gewicht arbeite und mich gegen die Wand drücke, verdichtet sich der angetrocknete Putz besonders gut. Ich liebe es, wie der Putz sich dadurch wie eine Haut an die Steine schmiegt und einen Abdruck formt. Die großen Steine bleiben dabei sichtbar. Der Weinkeller mündet in zwei getrennte Kellerröhren, die ebenfalls aus Stein gemauert sind. Wieder wird deutlich: Die Bauern haben mit dem gearbeitet, was die Umgebung hergab. Hier südlich von Pulkau ist es jede Menge Stein. Immer wieder denke ich mir: Wahnsinn, welche Arbeit sich die Menschen angetan haben, und das für einen Weinkeller. Ich bin ihnen dankbar!