Was nicht genutzt wird, verfällt. Aber es gibt ganz schön viele Presshäuser und Weinkeller. Sie zu erhalten ist im Grunde eine Gemeinschaftsaufgabe – das passt auch zur Tradition der Kellergassen. Für Einheimische, die oft in der Nähe in einem Haus wohnen, ist der Erhalt eines Presshaus oft eine zusätzliche Last. Einige nutzen es als Lager – das benötigt wenig Erhaltung. Eine Freizeitnutzung ist in der Regel nicht allzu interessant. Die Keller bieten sich zwar für Feiern an. Aber lohnt sich dafür der aufwendige Erhalt? Zumindest nicht, für eine Person oder Familie. Was wäre aber, wenn man die Tradition der gemeinsam genutzten Presshäuser wiederbelebt? Nachdem den Bauern der Weinbau und -verkauf Anfang des 19Jhd erlaubt wurde, hatte auch nicht jeder Bauer einen eigenen Keller. Wie könnte man diese Tradition wiederbeleben? Erste Schritte liegen sicherlich im Bekanntenkreis, aber warum auf diesen begrenzen? Die Wahrscheinlichkeit der gemeinsamen Nutzung steigt, wenn ein möglichst großer „Pool“ an Presshäusern möglichst vielen Interessenten eröffnet wird. Anfangen könnte man mit an Kellergassen interessierten Menschen. Sie wissen ein solches Angebot wohl am besten zu schätzen. So vielfältig der Zustand und Nutzungsmöglichkeiten der Presshäuser sind, so unterschiedliche gemeinsame Nutzungsmöglichkeiten gibt es. Ob nur wenige gemeinsam über eine längere Zeit oder einzelne für eine kurze Zeit für eine bestimmte Nutzung (zB. zum Feiern), bis hin zu einer komplett (zeitlich und räumlichen) offenen Nutzung, nach dem Motto „Irgendwo wird schon ein Presshaus für meine Bedürfnisse frei sein“.