Wieviel Musik steckt in Innovationen?

Die Welt ist ein lauter Ort. Sie kann abstoßend lärmen oder anziehend klingen, je nachdem wem wie zugehört wird. Vielleicht ist das bei Innovationen auch so, dass wir richtig hinhören müssen, damit aus dem Rauschen der Welt Musik für uns entsteht. Hören wir anhand beispielhafter Musikstücke essayistisch hin, ob Kreativität in Musik und neuartigen Dingen unter ähnlichen Bedingungen entstehen!

Hinhören bedeutet möglichst nicht auf die Lautstärke zu achten. Auch wenn Lautes schnell viel Aufmerksamkeit bekommt, hält sie nur kurz an. Im Gegensatz zu schriller, kurzlebiger Musik, die viel zu schnell wieder erneuert werden muss, erhallen Klassiker im zeitlosen Raum, in uns, bis sie ein Teil von uns werden. Und letztlich schwingt auch bei Innovationen die Hoffnung nach Zeitlosigkeit mit.

Stille

Der beste Ort fürs Hinhören ist still. Vielleicht ist die Stille sogar der klarste Ton. Sie grundiert Musik und eröffnet ihr den benötigten Klang-Raum. Wenn man Stille nicht zulässt, ist man vielleicht auch nicht bereit für Musik. Diese Dialektik von Stille und Töne zeigt sich gut in Don Cherrys The Voice of Silence. Erst die Stille eröffnet ihm den Raum, um die Ton-Abfolge abzustimmen.

Gilt Ähnliches für Innovationen? Immerhin steht am Anfang – der Grundlagenforschung – die Stille. Wie die resultierende Invention im Raum nachhallt, muss anschließend in Experementierräumen beobachtet werden, bevor sie die chaotische, lärmende Welt als Innovation harmonischer machen kann.

Improvisation

So wie einer Musik-Richtung ge-folgt wird, ordnet sich Neues in Bestehendem ein. Erst durchs Zuhören gelingt die Abstimmung. Mit diesem Ohr hingehört, kann auch Innovation eine Anpassungsleistung sein. Ihre musikalische Interpretationsfähigkeit ermöglicht das Einordnen, Zulassen und Aushalten von Irritationen im Versuch der Improvisation.

Juli Sasson zeigt in ihren Solostücken, z. B. Murmuration, wie sie Grundrhythmen für ihre Improvisationen nutzt und variiert. Sie dienen ihr als Basis, von der abgewichen und zu der zurückgekehrt werden kann. Ihr Zusammenspiel mit Willi Keller klingt anfangs noch irritierend, folgt aber einer eingespielten und virtuos grundierten Sprache, „die ich nur mit Willi habe“.

Komposition

Innovationen entwickeln sich oft inkrementell, ähnlich langsam aufbauender Kompositionen, wie bei Julius Eastermans Feminine: No. 1 Prime. Der Grundrhythmus baut sich in seiner Wiederholung schrittweise auf. Wir hören, wie das Klavier dazukommt und seinen Platz im Rhythmus des Glockenspiels sucht. Das Hintergrundrauschen und die aufkommenden Blasinstrumente dämpfen und grenzen die immer kraftvoller werdenden Rhythmen und Melodien ein, so dass ein immer umfangreicher werdendes Klangbild zusammengehalten werden kann.

Das Problem der Komposition kann und soll jedoch gar nicht aufgelöst werden. Es bleibt Teil des Stücks und gibt den Takt vor. Ähnlich zeigt sich das Verhältnis eines Problems und seiner innovativen „Lösungen“. Neue Ideen geben in der Regel nicht vor, ein Problem nun endlich aus der Welt schaffen zu können, sondern möchten seine Handhabung immer wieder an neuen Begebenheiten anpassen.

Musiker

Einigen Musiker:innen wie Forscher:innen und Tüftler:innen wird nachgesagt, neben der Spur zu stehen. Sie leben für ihr Thema und identifizieren sich in einem Ausmaß damit, der wenig Raum für anderes lässt: Sie sind ihre Musik. Nicht selten erscheinen sie als Außenseiter, die gerade deswegen die Freiheit und das Gespür für Neues aufbringen können.

Hören und sehen wir kurz Nina Simone zu, wie sie scheinbar entrückt vom Publikum und von der Welt in ihre Musik aufgeht. Wo ist das besser zu erleben, als bei Missisipi, goddamn. Auch wenn die Selbstausprägung bis hin zur Selbstauflösung in ihrer Musik von der Welt losgelöst scheint, steht sie mittendrinnen, in der Bürgerrechtsbewegung, und gibt den Takt vor. Das (weiße) Publikum braucht seine Zeit bis es versteht: I mean every word of it – sie meint es ernst – goddamn! Nina wirkt. Und das mit jener kraftvollen Leidenschaft, die es braucht um gegen den Strom schwimmen zu können; um den main-stream an ihre Realität anzupassen. Erst dadurch wird ihre Musik zur bodenständigen Klassik, die auch ihre Leute trägt: zu Black Classical Music.

Bühne

Erst der Nutzen in der realen Welt macht aus einer Idee eine Innovation. Eigentlich ist das ja einfach herauszufinden, ob sich Menschen für etwas entscheiden: indem ihnen die Wahl gelassen wird. Sowohl in der Musik als auch im Innovations-Geschäft soll das „der Markt“ regeln. Fast immer trifft aber davor jemand für uns eine Entscheidung, ob ein Stück auf der Marktbühne überhaupt mitspielen darf. Unser „Geschmack“ wird dadurch mitgeprägt, was uns angeboten wird, ob im Kulturbetrieb, durch die Industrie oder durch die Forschungs- und Wirtschaftsförderung. Über allem steht der (Schein)Wettbewerb, der es Künstlern und Innovatoren ermöglicht im Spiel zu bleiben oder ihre Werke aussortiert.

Ist dann letztlich eine Idee nur dann wertvoll, wenn sie sich im Markt durchsetzt? Kann der Markt der einzige Pflücker und Integrator von guten Ideen sein? Explizit oder implizit gebildete Communities zeigen, dass auch jene, die besonders an Musik oder einer innovativen Sache interessiert sind, oft eine für die eigentlichen (nicht-profitorientierten) Bedürfnisse passende Vorauswahl treffen können: z. B. die selbstorganisierte Diabetes-Gruppe, die offen für Verbesserungen durch digitale Innovationen sind, oder ein Musik-Club(ber).

Innovative Klassik

In unserer westlichen, übersättigten Wohlstandsgesellschaft gilt es unser Leben durch Innovationen qualitativ zu verbessern. So wie wir uns das von Musik wünschen. Das geht nicht einfach durch mehr und lauter. Für qualitative Erneuerungen muss Bestehendes neu hinterfragt werden, bis hin zu seinen Elementen. Sie waren schon immer da und müssen der wandelnden Gesellschaft trotzdem immer wieder neu verfügbar gemacht werden. Wenn ich Meridith Monk bei der Verwendung ihres Körpers als innigstes Instrument zuhöre, speist sich das aus Jahrhunderte alte traditionelle Musik. Wenn ich in Philipp Glass Stück Knee 5 die variierende Rezitation von 1, 2, 3, 4 verfolge, erinnere ich mich daran, dass Musik immer schon ein Ordnungssystem für das Rauschen der Welt war.

Diese Beispiele für minimal music als innovative Klassik zeigen, wie Qualitäten elementarer Rhythmen und Melodien für aktuelle Lebenskontexte nutzbar gemacht werden. Ist Innovation also im Kern eine Anpassungssleistung, wenn es letztlich darum geht, Bewährtes auf die ändernde Umgebung anzupassen? Stehen zeitlose Klassiker wiederrum über grundlegende Anpassungnotwendigkeiten, da sie die unveränderlichen Dinge unserer Welt ansprechen? Bilden dann Klassiker eine kontinuierliche Basis für die Unsterblichkeit ihrer Sache, damit Musiker, Forschende und Tüftler mit ihren Werken in ein zeitloses Orchester einstimmen können?

Polyphonie

Erst durchs Spielen können Ideen und Töne erprobt und abgestimmt werden. Dafür braucht es Räume mit möglichst wenigen Tabus, um hinterfragen, zerstören und kreieren zu dürfen, um langsam reifen und lang währen zu können. Dabei geht es nicht darum, vor-bestimmte Wege der Kreativität möglichst früh zu fördern und auszusortieren, sondern erstmal viele zu ermöglichen und die entstehenden Irritationen und Lebendigkeiten zuzulassen. Wenn dafür etablierte und neue öffentliche Räume zur Verfügung stehen, können neue Ideen wie Musik überall erklingen. Dann können wir entscheiden, ob es sich lohnt genauer hinzuhören oder bei den Klassikern zu bleiben.


Die Welt ist ein lauter Ort. Sie kann abstoßend lärmen oder anziehend klingen, je nachdem wem wie zugehört wird. Vielleicht ist das bei Innovationen auch so, dass wir richtig hinhören müssen, damit aus dem Rauschen der Welt Musik für uns entsteht. Können wir so erkennen, ob die Kreativität in Musik und neuartigen Dingen unter ähnlichen Bedingungen gelingt?

Hinhören bedeutet, möglichst nicht auf die Lautstärke zu achten. Auch wenn Lautes schnell viel Aufmerksamkeit erhält, hält sie nicht lang. Im Gegensatz zu kurzlebiger Musik, die viel zu schnell wieder erneuert werden muss, erhallen Klassiker im zeitlosen Raum – in uns, bis sie ein Teil von uns werden. Auch Innovationen wollen eigentlich Klassiker werden, um sich zu etablieren. So wie die eindringlichsten Melodien oft leicht daherschwingen, liegt die Eleganz innovativer Ideen oft in ihrer Einfachheit und Direktheit, so wie bei minimal music, die als „innovative“ Musik grundlegende Muster neu erfunden hat.

Stille

Der beste Ort fürs Hinhören ist still. Vielleicht ist die Stille sogar der klarste Ton. Sie grundiert Musik und eröffnet ihr den Raum zu erklingen. Als Klangkörper verstärkt die Stille im Nachhallen den Ton und dadurch auch seine Wirkung. So können wir uns den Ton aus unterschiedlichen Seiten nähern und seine Facetten wahrnehmen. Wenn man Stille nicht zulässt, ist man vielleicht auch nicht bereit für Musik. Diese Dialektik von Stille und Töne zeigt sich gut in Don Cherrys The Voice of Silence. Wir hören, wie erst die Stille ihm den Raum eröffnet, um die Abfolge der Töne abzustimmen.

Auch Innovationen benötigen Raum, um die unterschiedlichen Richtungen ihres Wirkens zu beobachten, in denen sie nachhallen könnten. Ihr Raum ist die Forschung und am Anfang – der Stille – steht die Grundlagenforschung. Ähnlich aufeinander abgestimmter Töne ermöglichen Laborumgebungen die Erforschung geeigneter Kompositionen. Wie die resultierende Invention im Raum nachhallt, muss anschließend in Experementierräumen beobachtet werden, bevor sie die chaotische, lärmenden Welt als Innovation harmonischer machen kann.

Komposition

Ähnlich sich langsam aufbauender Kompositionen, z. B. Julius Eastermans Feminine: No. 1 Prime und seiner Variationen, entwickeln sich Innovationen oft inkrementiell. Der Grundrhythmus baut sich in seiner Wiederholung schrittweise auf, wird immer deutlicher, prägnanter und setzt sich schließlich fest. Das Grund(lagen)problem scheint gelöst. Übertragen gilt es nun weitere Feinheiten an den Grundrhythmus abzustimmen, damit die Innovation die Facetten des Problems in seine Umgebung einbettet. Wir hören bei Easterman, wie das Klavier dazukommt und seinen Platz im Grundrhythmus des Glockenspiels sucht. Es nutzt die Pausen, um sich an den Rhythmus anzuschmiegen, und spielt seine Variationen aus, um die unterschiedlichen Klänge des Grundrhytmus melodisch zu betonen und zu ergänzen. Das Hintergrundrauschen und die aufkommenden Blasinstrumente dämpfen und grenzen die immer kraftvoller werdenen Rhythmen und Melodien ein, so dass ein immer umfangreicher werdendes Klangbild gebannt und zusammengehalten wird. Das Problem (der Komposition) kann und soll jedoch nicht auf-gelöst werden. Es bleibt Teil des Stücks und gibt den Takt vor. Ähnlich zeigt sich das Verhältnis eines Problems und seiner innovativen „Lösungen“. Innovationen geben in der Regel nicht vor, ein Problem nun endlich aus der Welt schaffen zu können, sondern möchten seine Handhabung immer wieder an neuen Begebenheiten anpassen. Wie bei Eastermans Stück kulminiert die Spannung irgendwann in einem aktuell optimierten Zustand und bleibt doch aufrecht, um zukünftig wieder erneuert werden zu können. So wirkt das Gesamtstück umso deutlicher, und am Ende hört sich alles stimmig an, bis sich die Gegebenheiten des Klang-Raums ändern und die Komposition neu abgestimmt werden muss.

Improvisation

So wie Musik-Richtungen fortgeführt werden, blicken auch Innovationen auf Bestehendes. Selten wird Musik auf Papier durchkomponiert, bevor sie gespielt wird. Erst durchs Hinhören gelingt die Abstimmung. Das spielerische Erproben von Ideen entspricht der Improvisation und Neukombination bekannter Musik-Muster. So hingehört, ist auch Innovation eine Anpassungsleistung, wobei der Innovationscharakter sich oft aus der Wandlungsfähigkeit eines Werks speist. Diese Interpretationsfähigkeit bedingt das geduldige Erkennen des richtigen Augenblicks und das Zulassen und Aushalten von Irritationen, die häufig ein Anzeichen dafür ist, dass die Richtung der Improvisation stimmt. Am Ende braucht’s nach der Muße der Improvisation für die Fein-Abstimmung aber auch die Disziplin der Redaktion.

Juli Sasson zeigt in ihren Solostücken, z. B. Murmuration, wie sie Grundrhythmen für ihre Improvisationen nutzt und variiert. Sie dienen ihr als Basis, von der abgewichen und zu der zurückgekehrt werden kann. Ihr Zusammenspiel mit Willi Keller klingt anfangs noch wirrer, folgt aber einer eingespielten und virtous grundierten Sprache, „die ich nur mit Willi habe“ dlf 13.10 21:40

Musiker

Einigen Musiker:innen wie Forscher:innen wird nachgesagt, neben der Spur zu stehen. Sie leben für ihr Thema und identifizieren sich in einem Ausmaß damit, der wenig Raum für anderes lässt: Sie sind ihre Musik. Nicht selten erscheinen sie als Außenseiter, die gerade deswegen die Freiheit und das Gespür für Neues haben. Diese Entdeckungsfreude und Neugier treibt voran.

Hören und sehen wir kurz Nina Simone zu, wie sie scheinbar entrückt vom Publikum und von der Welt in ihrer Musik aufgeht. Wo ist das besser zu erleben, als bei I put a spell on you? Die Entrückung, das Leid entspringt aber nicht nur ihren Gospel-Wurzeln, sondern ihrer Persönlichkeit, die in der Musik ihre Bühne findet. Aber auch wenn die Selbstausprägung bis hin zur Selbstauflösung in ihrer Musik von der Welt losgelöst scheint, steht sie mittendrinnen, in der Bürgerrechtsbewegung, und gibt den Takt vor. Das Publikum braucht seine Zeit bis es versteht: Sie meint es ernst – (Missisipi) goddamn! Nina wirkt. Und das mit jener kraftvollen Leidenschaft, die es braucht um auch mal gegen den Strom schwimmen zu können; um den main-stream an ihre Realität anzupassen. Erst dadurch wird ihre Musik zur bodenständigen Klassik, die auch ihre Leute trägt: zu Black classical music. Auf nichts weniger bestand Nina Simone.

Musiker:innen und Forscher:innen folgen unterschiedlichen Motivationen. Eines kann jedoch bei beiden angenommen werden: ihre Motivation ist in erster Linie intrinsisch. Und auch wenn beide eine besondere Beziehung zu ihrem Bereich haben, versuchen Forscher:innen in der Regel ihr Thema nüchtern und nicht zu emotional zu betrachten.

Wenn Musik und Innovationen das Resultat motivierter Menschen ist, gilt es passende Bedingungen für ihre Kreativität zu schaffen. Und wenn die Motovation in der Sache als Selbstzweck verankert ist, sollte diese erstmal möglichst bedingungslos verfolgt werden können. Dafür gilt es Voraussetzung zu schaffen, die als fruchtbare Böden wirken. Wie werden jedoch Personen mit ähnlicher Wellenlänge zusammengebracht? Wie wird die Kontinuität ihrer Arbeit aufrechterhalten? Wer hört ihnen geduldig und aufmerksam zu und ihre gesellschaftlichen Nutzbarkeit erkennt? Das sind Fragen der Selbstorganisation und der Innovationspolitik, die entscheiden können ob Musik in die Innovationen kommt.

Bühne

Erst der Nutzen in der realen Welt macht aus einer Idee eine Innovation. Eigentlich ist das ja einfach herauszufinden, ob sich Menschen für etwas entscheiden, ob für Musik oder für eine neuen Sache. Man muss es ihnen nur präsentieren und auswählen lassen. Sowohl in der Musik als auch im Innovations-Geschäft soll das „der Markt“ regeln. Wenn er doch nur die Interessen der „Konsumenten“ fokussieren würde! Stattdessen gilt oft: Kauft das, was uns als Anbietern den größten Profit bringt! Und es ist ja nicht so, dass viele Menschen diese Vorauswahl nicht dankbar annehmen. Denn im Rauschen der Welt ist es anstrengend genau hinzuhören, um passende Stücke auszuwählen. Fast immer trifft jemand davor für uns eine Entscheidung, ob ein Stück auf der Marktbühne überhaupt mit-spielen darf. Unser „Geschmack“ wird dadurch geprägt, was uns angeboten wird, ob im Kulturbetrieb, durch die Industrie oder durch die Forschungs- und Wirtschaftsförderung. Über allem steht der geheiligte Wettbewerbsgedanke, der das Spektakel immer weiter anheizt. Nach der Selbstausbeutung des erfinderischen Eigenbrötlers und Künstlers folgt der Bühnenauftritt in Pitches oder anderen Shows. Ein künstlerisches Leben wird auf methaphorische Minuten verdichtet, um Chancen auf weiteren, selbstverstärkenden Wettbewerb im Markt zu erhalten – um im Spiel zu bleiben.

Ist dann letztlich eine Idee nur dann wertvoll, wenn sie sich auf dem Markt durchsetzt? Kann der Markt der einzige pflücker und integrator von guten Ideen sein. Oder werden hier hptsl ideen gewählt, die Investoren geld bringen? Und was wäre in bereichen wo profit kein massstab für fortschritt ist, wie in der Medizin? Welche Bühnen sind nachhaltiger und am tatsächlichen Publikum (statt Produzenten und Investoren) ausgerichtet: schnelles Aussortieren in Castingshows und Pitches oder Gemeinschaftliches wachsen beim jammen?

Bewusst oder unbewusst gebildete Communities zeigen, dass jene, die besonders Interesse, an Musik oder einer innovativen Sache haben, oft eine bddürfnisgerechtere Vorauswahl treffen können. Ob die selbstorganisierte Diabetes-Gruppe, die offen für Verbesserungen durch digitale Innovationen sind, oder die regelmäßigen Clubber.. Denn so wie Musik erfüllen auch Innovationen unsere Bedürfnisse und tragen uns so durchs Leben.

Innovative Klassik

Bedürfnisserfüllung hat einen quantitativen Anteil – indem mehr von etwas reicht – und einen qualitativen – wo es um das Wie geht. Zumindest in unserer übersättigten Wohlstandsgesellschaft gilt es unser Leben durch Innovationen qualitativ zu verbessern. So wie wir uns das von Musik wünschen. Das geht nicht durch mehr und lauter.

Für qualitative Erneuerungen muss Bestehendes neu hinterfragt werden: So lange nach dem Warum (so und nicht anders) fragen bis die Wurzeln des Problems und die Fundamente der üblichen Lösung freigelegt werden, um dann zu überprüfen, ob dadurch unsere Bedürfnisse heute noch passend erfüllt werden. Ist das Pionierleistung, wenn durch Dekonstruktion von Vorhandenem mit den dadurch erkannten Elementen Neues kreiert wird, oder eine Weiterentwicklung mit anderen Mitteln?

Die Elemente der Musik, das können die Klänge der Natur und unsere natürlichen Klänge sein. Sie waren schon immer da und müssen trotzdem immer wieder neu für die wandelnde Gesellschaft verfügbar gemacht werden. Wenn ich Meridith Monk bei der Verwendung ihres Körpers als innigstes Instrument zuhöre, speist sich das aus Jahrhunderte alte traditionelle Musik im Einklang mit der Natur. Wenn ich in Philipp Glass Stück Knee 5 die variierende Rezitation von 1, 2, 3, 4 verfolge, erinnere ich mich daran, dass Musik letzlich auch ein nützliches Ordnungssystem für das Rauschen der Welt ist. Auch das Ordnungssystem unserer technisierten Welt, der Computer, kann musikalische Elemente bieten, wie Johann Johannsons IBM 1401 oder elektronische Musik vorführen.

All das sind Beispiele für minimal music. Sie zeigt als innovative Klassik, wie Qualitäten essentieller Rhythmen und Melodien für aktuelle Lebenskontexte nutzbar gemacht werden. An aktuellen Realiäten ge-stimmt und dadurch für unsere Ohren harmonisch klingend. Zumindest für Einige, denn ob etwas Neues von uns angenommen wird oder nicht bleibt subjektiv.

Wenn es letzlich darum geht, bewährtes auf die ändernde umgebung anzupassen, ist Innovation eine Anpassungssleistung? Stehen zeitlose Klassiker wiederrum über grosse Anpassungnotwendigkeit, da sie sprechen die unveränderlichen Dinge an? Oder bilden Klassiker eine kontinuierliche basis, für die Unsterblichkeit der Sache. Ist das Ziel von Musikern, Forschenden und Tüfftlern in dieses unendliche Orchester einzustimmen?

Polyphonie

Die Wege zum Ziel sind lang und unbekannt. Sie können mit kontemplativer Stille hin zu einer Idee beginnen oder mit einem Heureka-Schrei nach einer überwundenen Irritation. Aber erst durchs Spielen können Gedanken und Töne abgestimmt werden. Dafür braucht es Räume mit möglichst wenigen Tabus, um alles hinterfragen zu dürfen, zu zerstören und zu kreieren, um langsam zu reifen und lang zu währen. Das kann durchaus in etablierten und neuen öffentlichen Räumen stattfinden: Bibliotheken, Museen, Makerspaces, Citizien science Vereinen und akademischen Innovationslaboren, die nicht nur Studierenden und Forschenden offen stehen. Dabei geht es nicht darum bestimmte Wege der Kreativität zu fördern, sondern viele zu ermöglichen und die entstehenden Irritationen und Lebendigkeit zuzulassen.

Nur nicht das Feuer der menschen löschen und zu früh institutionalisieren! nachdem menschen ihre Eigenmotivation gezeigt haben, eigene selbstorga und sortierung zulassen und Zusammenarbeitin grossen Initiativen fördern. Klar irgenswann bs. timmen u ordnen, aber auch dafür gibt es unterschiedliche wege, durchsus für unterschiedliche Reifegrad eines Stücks: community-buiöding, challenges und wettbewerbe, die richtige stück am richtigen ort. Dranbleiben.think outside the box, and a willingness to take risks.push the boundaries of what was considered acceptable

Denn so wie Musik kann überall erklingen, so sollte auch Innovationen niederschwellig teil des lebens, und unterschiedl kanäle in die Gesellschaft formen und fördern. bis sie ein Teil von uns werden. Aber inno ist kein Selbstzweck. Denn auch nur damit alles gleich bleiben kann, muss sich ständig vieles ändern.


Reissleine ziehen können aber auch Werkstatt bieten können um zu feilen, dran bleiben

Musik trägt durchd leben, wird so teil davon. das sollten Innovation auch

Storyline: absatzweise: von der stille zur komposition. Jeder schritt dabei ist wertvoll für bestimmte Situationen.

E bsp das die Abfolge der Komposition, die sich schrittweise aufbsut und ineinander übergeht, nicht zu stark verdichtet ist beast of thee oder birds. Geordnetes, harmonisches Chaos Komposition aber matti band (jazz). Oder julie sasoon, scheinbare wiederholungen steigern sich zu langsamen Entwicklungen, krine disruptive Innovationen. „Es gibt keine Kompositionen oder Vorbereitungen… es idt eine Sprache, die ich nur mit willi habe“ dlf 13.10 21:40

der Mensch ist ein suchendes wesen und doch gleicht such das, was er findet, stets aufs Neue.

vielleicht gehts es darum bewährtes auf die ändernde umgebung anzupassen. Ist Innovation eine Anpassungssleistung? Klassiker sind zeitlos und deswegen stehen sie über Anpassungnotwendigkeit. Sie sprechen die unveränderlichen Dinge an. Es geht um be-grwifen der welt durch Komplexitätsreduktion. Klassisch heißt hier universell heisst adaptiv heisst einfach.die idee muss einfach sein, auch wenn die Umsetzung es nicht ist.

Motivation zu Innovation/ideehier nucht thema, sondern wie man sie im fischteich angelt

Indem Innovation verordnet wird, wie im gesundheitswesen. Mit Einzelmaßnahmen und Vorgaben zur art der Umsetzung?

Kulturförderung als konservative elitenprogramm, statt innovation breitenwirksam

Vielleicht sind deswegen die Institutionen der Innovation stockkonservativ, was ihre Struktur aber auch methoden betrifft. Aber sie haltendie klassiker lebendig.

gl nnina simne machte auch klassik

Kann Innovation systematisch hergestellt werden, oder ist es eher systemisch. Methode oder strategie

Am anfang steht jazz, am ende präzise, geregelte orchestermusik, die in klaren bahnen der Gesellschaft gelenkt ist und bei der man weiss woran man ist. Das heisst nicht, dass es komplex sein muss. Umgekehrt je einfacher der Rhythmus und melodie, desto besser im gefüge zu takten. Die besten ideen sind elegant einfach.das zu erkennen im lauten effektheischwrischen umfeld ist nicht einfach.

Wie ideen dann institutionalisieren

Hinhören tut man eher bei neuen Tönen, die msn erst einordnen muss, in bezug setzen muss.

Geht es hptsl darum ziele bestmögl zu erreichen, egal ob militärisch (darpa), politische (moonshot) oder soziale (developm goals der uno)? aber jedenfalls nicht wie bisher

Metapher kommt an ihre grenzen, wennees um nutzrn von musik geht. Obwohl vgl Ursprung von musi, sklavenmusik usw

Neue Musik (richtung) als inve tion, aber wie verbreitet, verankert sie sich im leben als Innovation.

Alltagstauglichkeit macht inventionnzu Innovation

Innovation gibt den Rhythmus einer zukunftsgewandten Gesellschaft vor.

Innovation kann schnell zu mode ausarten, wie musik, Abklatsch

Musik diente ursprünglich wohl Kommunikation, sie ist also standard und Infrastruktur.

Bsp Glühbirne

Inno als Treiber der Wirtschaft kann sich abschaffen, vgl outsourcing zu billigarbeiter statts autom, sollbruchstelle

Techniken zum erzeugen neuer musik

Musikhallen als Infrastruktur ist

Kulturförderung als konservative elitenprogramm, statt innovation breitenwirksam

Wer bestimmit musikgeschmack und nutzen für die masse, staat mit radio oder spotify mit indiv. Empfehlungen

Innovation fördern, indem nan ihre Evolution fördert, nicht ihr design

So wie musij braucht Innovation Vielfalt um ihre Wirkung zueerbringen

Zuerst kommt Inspiration bzw idee, dann die harte Arbeit bzw das abklopen. Aber Muse und redakteuer trennen. Ist die ider reif auszuarbeiten oder was brauchts noch. Am besten viele Meinungen/Perspektiven einholen. dann sich rantasten, überarbeiten, ausprobieren. Auch Alternativen durchspielen, SPIELEN.

Kreativer erfolg kommt, wenn inneres anliegen (deanbleiben!) mit äußeren bedarf zusammenkommt.

kommn noch unerwartete vybes?

musik/inno fördern geht nicht direkt, sondern indem bedingungen schafft, die druchtbare böden sind

In Innovation steckt Kunstwerk und direkternutzen

Storyline: wie sich ein stück entwickelt, wie daran gearbeitet wird, von improvisation bis stabilen zustand.

In baseline vertraute routinen (ubw), darüber daran gekoppelte interessante sachen (bew)

Erstmal schauen wss drinnen steckt, dem stück raum geben, bevor es nutzbar kanalisiert werden kann.

Innovation kann nicht direkt gesteuert werden. Zulassen und aushalten.

Jazz Interpretation auch in band , nicht dirigent, in flow

Innovation managen, Vgl design thinking: methode um kreativität managebar zu machen. Statt fokus auf system, Bedingungen

polAnyi s64, einfluss der politik ist eher auf geschwindigk von Innovationeinführung. Also nicht prinzipiell enabler oder verhinderer


s.schaat@mailbox.org

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