Was Wahrnehmung mit Landschaft macht: das Oderbruch

Die Worte kommen mit der Landschaft. Ich stehe an der Kante des Barnimer Hochplateaus, das sechzig Kilometer östlich von Berlin zum Oderbruch abfällt. Sie bricht und vereint zwei Flächen, wie das nur Kanten tun. Den Namen bekam das Oder-bruch jedoch von Broich, ein wahrscheinlich vorgermanisches Wort für Feuchtgebiete. Aber sumpfig ist es hier schon lange… Was Wahrnehmung mit Landschaft macht: das Oderbruch weiterlesen

Kontrolle in Pandemiezeiten

Eine kleine unerwartete Veränderung in unserer Welt, so klein wie Viren sind, scheint zu reichen, um ihren eingespielten Gang ins Wanken zu bringen. Kaum müssen wir die abgetretenen Pfade verlassen, waten wir in unbekanntem Terrain und hoffen, über Umwege bloß schnell wieder von alten Pfaden geleitet zu werden, die mittlerweile als Gefahrenzonen gelten. Dieses Verhalten… Kontrolle in Pandemiezeiten weiterlesen

Vom Anfang der Erkenntnis und was sie uns einbrachte

 Die Menschwerdung fing mit dem Drang nach Erkenntnis an, gegen den Willen von Gottheiten und der Natur. Das erzählen uns bereits die alten Mythen: Von Prometheus, der den Menschen mit dem Feuer Erleuchtung brachte, bis hin zu Adam und Eva, die durch ihr erkenntnisreiches Naschen weltberühmt wurden. Auch die Evolutionstheorie weist dezent darauf hin, dass… Vom Anfang der Erkenntnis und was sie uns einbrachte weiterlesen

Von der Automatisierung der Manipulation zur Manipulation der Automatisierung

Veröffentlicht in Heise Telepolis 17.2.19 Ein großer Teil unserer Wahrnehmung und ihrer Weiterverarbeitung geschieht unbewusst, denn unser Gehirn muss mit seinen Ressourcen haushalten. So gesehen gehen wir teilweise blind durchs Leben. Wir sind – wie es psychologisch heißt –  unaufmerksamkeitsblind. Das können wir bei uns selbst oder in Experimenten beobachten[1]. Nichts zeigt diese unerträgliche Automatisierung… Von der Automatisierung der Manipulation zur Manipulation der Automatisierung weiterlesen

Fragilität: Über die Grenzen des Erklärens

Publiziert in „Mosaik, Zeitschrift für Literatur und Kultur, Salzburg, Winter 2018“ Wenn wir uns überlegen, was alles schief laufen könnte, staunen wir oft über die scheinbare Leichtigkeit und Stabilität der Welt, der Gesellschaft, des Menschens. Vielleicht entsetzt es uns gerade deswegen, wenn sich die Fragilität unserer Welt und unseres Lebens zeigt. Eine Kleinigkeit reicht, und… Fragilität: Über die Grenzen des Erklärens weiterlesen

Im Fremdsein die Welt begreifen

erschienen in „Fluch’t’raum, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft“, April 2018 Fremdsein ist unheimlich. Aber genauso, wie das Unheimliche ein verdrängter Teil von uns ist, zeigt sich das Fremdsein als ein grundlegender Seinszustand, der uns entweder dazu antreibt, die Welt begreifen oder sich von ihr abwenden zu wollen. Wie kann dieser Zustand besser entgegnet werden, als… Im Fremdsein die Welt begreifen weiterlesen

Mit Daten die Welt erfassen? Aber wozu?

Alhazen, Popper, Lakatos – bei allen war der Abgleich von Vermutungen mit Beobachtungen in der Welt zentraler Bestandteil von Wissenschaft. Um das machen zu können, muss die Welt hinsichtlich einer konkreten Frage beobachtet werden. Beispielsweise das Phänomen, warum die Sonne in der früh hier und abends dort ist. Wenn man am Anfang ist, sich diese… Mit Daten die Welt erfassen? Aber wozu? weiterlesen

Von der Fotographie zur modernen Malerei: Ein Spiegelbild für Innovation

Ich verknüpfte einen Besuch eines Kunstmuseums mit einem Artikel über „das Neue in der Welt“ zur Metapher der modernen Malerei als Spiegelbild für Innovation. Ein wichtiger Zweck der Malerei war traditionell das Festhalten der Welt, im Sinne des Festhalten der Wirklichkeit. Mit dem Aufkommen der Fotographie im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde dieser Aspekt der… Von der Fotographie zur modernen Malerei: Ein Spiegelbild für Innovation weiterlesen

Den Anfang verstehen

Jürgen Kaube bietet mit seinem Buch über „Die Anfänge von Allem“ ein Beispiel wie das Konzept des Anfangs herangezogen werden kann, um die Welt zu verstehen. Denn, so scheint die Prämisse zu sein, verstehen wir den Anfang einer Sache, verstehen wir diese von Grund auf – eben von ihrem Anfang an. Wie kam es zur… Den Anfang verstehen weiterlesen